Heizlüfter stört Konzertgenus
„Kleines Orchester" trotzt dem Brummen in Speyerer St-Josephs-Kirche - Stimmungsvolles Winterkonzert
VON RAINER KÖHL
Ein stimmungsvolles Winterkonzert hat „Das kleine Orchester" aus Darmstadt am Sonntagabend seinem Publikum in der Speyerer St.-Josephs-Kirche beschert. Dabei bot das Laienorchester ein abwechslungsreiches Programm, bei dem einige Solisten zu hören waren.
Entstanden ist „Das kleine Orchester" als instrumentale Unterstützung eines Kirchenchors in Darmstadt. Aus einem Streichquartett zu Beginn wurde schnell ein Doppel-Quartett, und gelegentlich kamen Bläser hinzu. Zu ihnen gehören Mareike und Susanne Grimm, die am Sonntag an den Querflöten glänzten.
Ein Beispiel dafür? Albert Dopplers „Andante und Rondo" bei sanft wiegenden, hingebungsvoll musizierten Melodien und tänzerisch beschwingten Rhythmen.
Die Lieblichkeit ihrer Töne hatten die beiden Flötistinnen eingangs schon bei Corellis „Sonata a quattro" in reizvollen Kontrast zum Strahlglanz von Egbert Lewarks Trompetenspiel gebracht. Er brillierte überdies in einer von Streichern begleiteten Sonata von Tomaso Albinoni: Der Pfälzer Meistertrompeter präsentierte dabei einen sehr präsenten und klaren Ton: schön gesanglich, warm und schmiegsam formulierend in den lyrischen Sätzen, mit leichtgängigen Verzierungen und lockerer Virtuosität belebt in den raschen.
Die Orchestermitglieder an den begleitenden Streichinstrumenten betreiben die Musik als Freizeitbeschäftigung - ihr Geschäft beherrschen sie tadellos, wie auch in Bachs „Air" aus der dritten Orchestersuite zu hören war. Dennoch wirkte ihr Spiel immer etwas matt und verschlafen. Es fehlten beherztere Impulse vom Konzertmeisterpult.
In Vivaldis Cellokonzert e-moll etwa, der Bearbeitung einer Cello-Sonate des venezianischen Barockmeisters, spielte Orchestermitglied Franz Volhard den Solopart. Der allerdings ging in den schnellen Sätzen klanglich etwas unter, während die Streicher dominierten.
Apropos akustische Probleme: Leider störten die massiv brummenden Heizlüfter der Kirche den Genuss des ganzen Konzerts. Aber irgendwann hatte man sich auch daran gewöhnt.
Eine Sängerin bereicherte das Programm außerdem: Die Sopranistin Danai Amann hat eine liebliche, zarte Stimme, die gerade zu Barockmusik vorzüglich passt. Ohne alle Melancholie sang sie Händels Klagearie „Lascia ch'io pianga" aus der Oper „Rinaldo", gestaltete mit schmiegsamer Kunst eher einen Gesang der Hoffnung.
Ein Marienlied ließ sie mit Schuberts „Salve Regina" folgen: Amanns schlichte, mädchenhafte Stimme und der fragile Vortrag passten bestens, um der Jungfrau zu huldigen. Fern von allem Prunk entfaltete dieser Gesang eine einnehmende Innigkeit. Mit dem feinen Schimmer ihrer Stimme brachte sie die himmlische Sphäre in Schwingung.
Freilich ist die Stimme von Danai Amann gerade auch für Volksliedhaftes sehr passend. So gewann ein Lied von Jean Sibelius in seiner elegischen Getragenheit beste Wirkung. Flöten und die Trompete umrankten das finnische Volkslied farbenreich und eingebungsvoll.
- Darmstädter Echo vom 29.11.2011
Wellen warmer Klänge
Adventskonzert - „Das kleine Orchester" musiziert in der Darmstädter Matthäuskirche
VON NATALIE SOONDRUM
DARMSTADT. Besinnlich wäre das falsche Wort. Im Kirchenschiff der evangelischen Matthäusgemeinde ist es richtig kuschelig. Die Bänke sind proppenvoll, im Halbdunkel wirken die Zeichnungen an den rohen Wänden aus gemahlenem Kriegsschutt plastisch. Das Holzdach des 1949 als Notkirche errichteten Baus ist wie ein umgedrehtes Ruderboot, unter dem die Besucher Zuflucht vor der Kälte gesucht haben. Auf dem Altar ist das Holzkreuz geschmückt durch einen Bogen aus Tannengrün mit vier dicken roten Kerzen - wie weihnachtlich. Das Adventskonzert der Instrumentalgruppe ist schon ein Highlight des Gemeindejahres, bevor es überhaupt begonnen hat.
Wenn das Licht dann ausgeht und die Mitglieder des seit 1993 bestehenden Ensembles zur Sonate von Arcangelo Corelli (1653-1713) anheben, wird einem rasch festlich ums Herz. Der helle Klang der Trompete, gespielt von Robin Wukits, ist für die Ohren, was Putten, marmorierte Säulen und vergoldeter Stuck in einer Barockkirche für die Augen wären.
Norbert Reuter führt humorvoll in das Programm ein, erzählt davon, wie Georg Friedrich Händel die Engländer damit überraschte, dass er innerhalb
von 14 Tagen eine Oper schrieb, indem er sich einfach selbst kopierte. Oder wie die Air (aus der Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur von Johann Sebastian Bach) für das Orchester das sei, was die Arie für Sänger. Das ist fröhlich und kurzweilig.
Der Vortrag der Musiker ist zugänglich wie bei Hausmusik-Abenden im engen Familien- und Freundeskreis, nicht auf höchstem Konzertniveau, aber voller Herz als Geschenk für das Publikum gedacht. Das kommt an in Wellen warmer Klänge, ob beim Andante und Rondo von Albert Ferenc Doppler (1823-1883), oder beim Salve Regina in A-Dur von Franz Schubert (1797-1828), das die Sopranistin Danai Amann einfühlsam vorträgt.
Danach spielt das kleine Orchester das Cello Concerto in e-moll, eine Anfang des 20. Jahrhunderts erweiterte Cellosonate des Komponisten Antonio Vivaldi (1675-1741). Franz Volhard spielt die Soli, und während der volle Ton des Cellos aufsteigt, als wolle er sich an das gewölbte Holzdach schmiegen, denkt man, was für ein Unterschied es ist, ob man zu Hause Musik „anmacht" oder durch die finstere Kälte stapft, um in einem heimeligen Raum Musikern beim Vortrag zu lauschen. Gut, dass sich beim Adventskonzert in der Matthäuskirche alle Zeit dafür nehmen.
- Darmstädter Echo vom 19.11.2011, Sonntags-Echo

- Mein Südhessen vom 12.11.2011
- Darmstädter Echo vom 10.09.2010
Mit Anstand und Anmut
Sittengeschichte: Museum Reinheim zeigt beim Tanzen den gesellschaftlichen Wandel
REINHEIM. Schon vor 100 Jahren war in dem Buch »Der Mann von Welt« über den guten Ton beim Tanzvergnügen nachzulesen: »Das Halten der Hände darf nicht plump, nicht schwer oder gezwungen sein. Die Arme dürfen an dem Körper nicht anliegen, aber auch nicht lose daran herumschleudern, sondern sollen sich leicht, sparsam und angenehm bewegen.« Was sonst noch so zu beachten war, wenn Sitte und Anstand nicht verletzt werden sollten, das lernten Frau und Mann in der Tanzstunde.
Inzwischen haben sich manche Verhaltensregeln geändert. Doch das Museum Reinheim möchte anknüpfen und erinnern an die Gepflogenheiten vergangener Zeiten und lädt deshalb zum Tanztee ein. Am Sonntag (12.), dem »Tag des offenen Denkmals« spielt das »Kleine Orchester« um 17 Uhr im Saal des Gasthauses »Zum Kühlen Grund« zum Tanz. In einem Selbstversuch können Tänzer erproben, wie es sich anfühlt, wenn »Anstand, Anmut in Stellung und Bewegung, Ebenmaß, Rundung und Geschmeidigkeit in den Complimenten« den Nachmittag versüßen.
Sabine Hölschke wird an diesem Nachmittag als Tanzlehrerin nützliche Hinweise geben und die Gesellschaft auf eine »gesittete Lustbarkeit« einstimmen. »Wer Spaß daran hat, sich tanzend des gesellschaftlichen Wandels bewusst zu werden, oder sich seiner Tanzstundenzeit und der dort vermittelten Regeln erinnern möchte - alle sind eingeladen«, sagt Museumsleiterin Rosemarie Töpelmann. Eintrittskarten können im »Kühlen Grund« in Reinheim, Heinrichstraße 17, im Vorverkauf oder an der Nachmittagskasse erworben werden. eck
- Darmstädter Echo vom 05.06.2010

- Bessunger Neueste Nachrichten vom 20.11.2009

- Einblick März-Mai 2009, Nieder-Ramstadt

- Bessunger Neueste Nachrichten vom 19. Juni 2009

- Darmstädter Echo vom 19. Juni 2009

- Darmstädter Echo vom 18. Juni 2009

- Darmstädter Echo vom 12. Juni 2009, Freitags-Echo

- Mühltalpost Ausgabe 2, 2009
- Darmstädter Echo vom 21.11.2008

- Bessunger Neue Nachrichten vom 21.11.2008

- Darmstädter Echo vom 20.11.2008

- Südhessenwoche, SüWo, vom 08.11.2007

Wiederentdeckung einer Sinfonie
Klassische Musik: Das kleine Orchester übt für sein Adventskonzert in der
Matthäuskirche
Die zwölf Musiker des „Kleinen Orchesters“ üben jetzt schon eifrig Stücke ein, die sie
am 3. Dezember (Sonntag) um 17 Uhr in der Evangelischen Matthäusgemeinde, Heimstättenweg 75, bei einem
Adventskonzert spielen wollen.
Zum neuen Repertoire gehören zwei Werke von Bach: das Doppelkonzert in d-moll für zwei Violinen und
Streicher mit Ute Alpers und Christine Waldheim (Sologeigen) und die h-moll Suite für Querflöte und
Streichorchester mit Mayumi Fuji (Querflöte). In einer Version für Sopran und Streichorchester wird
Buxtehudes „In dulci jubilo“ erklingen.
Erstmals in Darmstadt, ja sogar erstmals in Hessen, wird die Sinfonie in G-Dur für Streichorchester von
Matthias Georg Monn (1717 bis 1750) präsentiert. Monn war prägendes Mitglied der frühen Wiener Schule.
Seine G-Dur Sinfonie wurde erst im Jahr 2005 in der Regensburger Bibliothek des Fürsten von Thurn und Taxis
entdeckt.
Meditativ wirkt Robert Radeckes Lied für Sopran (Caroline Jahns) und Streicher mit dem Titel
„Weihnachten“. Radecke war 1871 Hofkapellmeister in Berlin und wurde durch seine Lieder als Komponist
bekannt.
Informationen über das Kleine Orchester sind im Internet unter
www.kleines-orchester.de zu finden. Der Eintritt für das
Adventskonzert ist frei.
Lieder rund um die Liebe
Konzert: Kleines Orchester spielt am 23. Juni Tangos und Chansons in der
Matthäuskirche
Unter dem Motto „Liebe kann nicht Sünde sein“ präsentiert das Kleine Orchester in der
Evangelischen Matthäusgemeinde, Heimstättenweg 75, am Freitag, 23. Juni, ab 22 Uhr ein Konzert mit Liedern
rund um die Liebe. Anlass ist die Lange Nacht der Kirchen. Musikalisch unterstützt von Caroline Jahns (Sopran),
Martina Rogler (Blockflöte) und Joachim Schwarz (Piano), präsentiert das Kleine Orchester Tangos,
französische Chansons und klassische Liebeslieder.
Mit diesem Repertoire gehen die Musiker noch in derselben Nacht auf Tournee und wiederholen die Lieder um 23.30
Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche in der Waldkolonie. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Informationen
gibt es im Internet unter www.kleines-orchester.de.






Mit oder ohne Marzipan
Musik: Das Kleine Orchester stimmt Ende November auf die Adventszeit ein
Was, so fragt Christine Waldheim vom Kleinen Orchester, haben Marzipankartoffeln mit Musik zu tun?
Dies: Sie sehen aus wie Notenköpfe, sie erheitern das Gemüt, schmecken am besten, wenn man sie mit anderen
teilt, und sie kündigen schon früh im Herbst die kommende Advents- und Weihnachtszeit an.
Wer, so fährt die Musikerin fort, in diesen Tagen abends am Gemeindehaus der Matthäuskirche
entlangspaziert, wird sie möglicherweise schon gehört haben – die süßen Töne, die das
Gemüt erheitern, und mag sich fragen, wann endlich das Geübte zu öffentlichem Gehör gebracht
wird. Das Kleine Orchester probt fleißig. Da wird an Bachs 4. Brandenburgischem Konzert gefeilt, zwei
Blockflöten und der federleichte Klang eines Cembalos tönen durchs Fenster. Ein anderes Mal erklingen
strahlende Trompeten, klingt nach Torelli. Eine Fuge von Richter, nur von Streichern zu harmonischer Symphonie
verwoben lässt ahnen, daß ein verspielt barockes Programm den Hörer erwartet.
Am 1. Advent (30. November) ist es soweit: Das Kleine Orchester stimmt in der Matthäuskirche mit
einem Konzert um 17 Uhr musikalisch auf die Adventszeit ein. Willkommen ist jeder – mit oder ohne
Marzipankartoffel in der Tasche.



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Erzhäuser Anzeiger vom 22. Februar 2001:

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